Praxistest: Wasserdichter Handyschutz

 

Abkühlung für den mobilen Begleiter

Von J. Scharpenberg

 

Sie liegen am Strand, die Sonne brennt auf der Haut, das Meer ruft zur Abkühlung – nur wohin mit dem Smartphone und anderen Wertsachen? Die Lösung: Eine wasserdichte Schutzhülle. Die kann ganz einfach mit ins Wasser genommen werden und im Idealfall hält sie sogar kleinen Tauchgängen stand. Rundum praktisch also!

Ob diese auch halten, was sie versprechen, und welches getestete Modell in der Praxis am besten abschneidet, lesen Sie hier:

 

Aquapac – der Alleskönner

 

Größe:

Die Smartphone-Tasche „Small Electronics“ der Marke Aquapac ist laut Produktbeschreibung geeignet für mittelgroße Mobiltelefone; genau genommen für das iPhone X sowie das Samsung Galaxy S8 oder die jeweiligen Vorgängermodelle. Die Maße der Tasche – 19,5 x 11,5 cm – sind großzügig bemessen, so dass neben dem Handy weitere Wertsachen wie Hotelkarte, Geld oder Schmuck hineinpassen. Wem das nicht reicht oder wer ein größeres Smartphone (Phablet) schützen möchte, der kann die Tasche auch eine Nummer größer erwerben.

Wasserdichte Schutzhülle von Aquapac

Die wasserdichte Schutzhülle von Aquapac ist groß genug für Handy und mehr. Fotos: Scharpenberg

 

Features:

„100 % wasserdicht bis zehn Meter Wassertiefe. Stundenlang“, garantiert Aquapac in der Produktbeschreibung. Ganz so weit ging es in meinem Praxistest zwar nicht in die Tiefe, aber dicht hat die Hülle gehalten. (Lediglich ein wenig Sand hat es irgendwie in das Verschlussteil geschafft.)

Weitere Herstellerversprechen:

  • Schwimmt mit Inhalt. Einfach rausfischen, wenn das Case samt Inhalt ins Wasser fällt.
  • Sie telefonieren und schreiben durch die klare Folie der Vorderseite.
  • Bedienung – auch des Touchscreens – ist kein Problem.
  • Empfang (auch Bluetooth), Sprechen, Hören, Klingelton, GPS-Signal: Alles kommt durch.
  • Auch der Home Button funktioniert; hier ein Beispielvideo. Was allerdings nicht funktioniert, ist der Fingerprint.
  • Das UV-stabilisierte TPU-Material (Thermoplastisches Urethan*) wird durch Sonneneinwirkung nicht brüchig oder gelb.
  • Salzwasserresistent.
  • Schützt natürlich auch gegen Staub und Sand. Und gegen Sonnencreme.
  • Mit Kordel in acid-green zum Umhängen um den Hals oder Befestigen, wo immer Sie wollen.

In der Praxis haben sich all diese Punkte bestätigt.

 

Fotos:

Das Fenster auf der Rückseite besteht aus einer speziellen LENZFLEX-Folie**. Die ermöglicht der Smartphone-Kamera laut Herstellerangaben „ohne Qualitätseinbußen“ zu fotografieren. Das habe ich natürlich ebenfalls ausprobiert und keine wesentlichen Unterschiede zum Foto ohne Hülle erkennen können. Ich bin wirklich überrascht. Zur Bedienung der Kamera heißt es: „Unterwasser funktioniert ein Touchscreen in der Regel nicht. Fotoauslösung ist daher nur über Tasten möglich. In den Einstellungen der Betriebssysteme kann die Foto-Auslösefunktion auf die Laut-Leise-Taste des Geräts gelegt werden. Bei Videos können Sie die Funktion oberhalb der Wasserlinie einschalten.“

Bildqualität beim Fotografieren mit der Schutzhülle von Aquapac:

Im Trockenen.

Im Trockenen.

Unter Wasser.

Unterwasser.

 

 

 

 

 

 

 

 

Fazit:

Ein tolles Gadget! Das Produkt ist qualitativ hochwertig, das Smartphone ist aufgrund der großzügigen Bemessung der Tasche problemlos verstaut und der Verschluss lässt sich einfach bedienen. Die spezielle LENFLEX-Folie ist optisch klar und beeinträchtigt so weder die Bedienung des Touchscreens noch die Qualität von Fotos. Der einzige (kleine) Negativpunkt ist der vergleichsweise hohe Preis von 29,90 Euro. Diesen zu bezahlen lohnt sich meiner Meinung nach vor allem für Wassersportler, Reiselustige und – aufgrund der angegebenen Dichte bis zehn Meter Wassertiefe – insbesondere für Taucher. Qualität und Eigenschaften sind den Preis wert; zumal Aquapac auf Produkte wie dieses eine Garantie von fünf Jahren auf Material- und Herstellungsfehler gewährt.

 

Itiwit – der Preisknüller

 

Größe:

Der wasserdichte Beutel von Itiwit by Decathlon ist in den Größen S (für kleine Handys) und L (für große Handys) erhältlich, beide zum gleichen Preis. Ich muss gestehen, dass ich bei meiner Bestellung nicht darauf geachtet habe, dass die kleinere Variante nur für Smartphones mit einem Maximalmaß von 7 x 13 cm geeignet ist. Mein Galaxy S7 ist einen Zentimeter länger, passt jedoch trotzdem noch gerade so in die Hülle rein. Was mich aber stört, ist, dass nach links und rechts kaum Luft ist, obwohl mein Handy in diesem Fall noch im Maß liegt. Variante L wäre für mein Smartphone besser geeignet gewesen, ist jedoch auch nur für Modelle mit einem Maß von bis zu 9 x 16 cm geeignet – Phablets müssen bei dieser Hülle draußen bleiben.

Auch Regenwetter halten die wasserdichten Schutzhüllen stand.

Auch Regenwetter halten die wasserdichten Schutzhüllen stand.

 

Features:

Der Touchscreen ist bedienbar, der Fingerprint nicht. Wasserdicht ist diese Schutzhülle „bis 30 Minuten in einem Meter Wassertiefe“. Für Taucher demnach nicht geeignet. Für den Transport liegt dem Produkt eine Kordel bei, die am Verschlussende befestigt werden kann. Daran ist zudem ein abnehmbarer Haken befestigt, der bei Bedarf individuell nutzbar ist.

 

Fotos:

Auch hier ein Tipp des Herstellers: „Das Wasser drückt auf dem Display, so dass die Touchscreen-Funktionen nicht funktionieren. Um Fotos aufzunehmen, muss das Handy konfiguriert werden, um das Bild durch Drücken der Knöpfe auszulösen.“ Die Fotos werden durch die Folie aber leider nicht so gut – egal, ob Unterwasser oder nicht.

Bildqualität beim Fotografieren mit der Schutzhülle von Itiwit:

Im Trockenen.

Im Trockenen.

Unter Wasser.

Unterwasser.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fazit:

Qualitativ ist dieser wasserdichte Beutel meines Erachtens nach hochwertig. Der Verschluss – eine Klemmleiste, die zur Seite geschoben wird – ist leider schwer zu bedienen und benötigt kräftige Finger. (In dem Video des Herstellers sieht das einfacher aus. Dort ist der erste Zentimeter jedoch schon geöffnet worden, bevor die Kamera auf Aufnahme gestellt wurde.) Das Positive daran: Ein Verrutschen scheint mir unmöglich. Und noch positiver ist der Preis: Mit 6,99 Euro ist ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis mehr als gegeben. Für Wassersportler, die nicht auf Tauchgang gehen wollen, und für Urlaube am Meer sowie Abende an See oder Pool ist dieser Schutzbeutel eine Investition, mit der man nichts falsch macht. Für Material- und Fabrikationsfehler steht Decathlon zudem mit einer Garantie von zwei Jahren gerade.

 

Arktis Pro – die Einfache

 

Größe:

Laut Hersteller ist die wasserdichte Smartphone-Hülle Arktis Pro „ideal für Samsung, iPhone, HTC, Huawei, etc. und andere Smartphones bis zu einer Bildschirmdiagonale von 5,8 Zoll inkl. iPhone 8 Plus“. Mein S7 passt perfekt hinein und es ist auch noch ein bisschen Platz für beispielsweise eine Hotelkarte oder 2-3 Geldscheine. Erhältlich ist das Case in den Farben Schwarz, Blau und Orange.

Der wasserdichte Handyschutz von Arktis Pro hält geringen Wassertiefen stand.

Der wasserdichte Handyschutz von Arktis Pro hält geringen Wassertiefen stand.

 

Features:

Die Bedienung des Gerätes ist – wie auch bei den anderen getesteten Hüllen – trotz der wasserdichten Folie weiterhin möglich. „Dünne Form, trägt nicht auf“, steht in der Produktbeschreibung, was ich nicht bestätigen kann. Sowohl das Modell von Aquapac als auch die Itiwit-Hülle sind im leeren Zustand zusammenroll- oder faltbar und schnell auch in kleinen Hand- oder Hosentaschen verstaut. Arktis Pro hingegen hält seine Form, da ein Bügel eingebaut ist. Auch zum tiefen Tauchen ist diese Schutzhülle nicht geeignet: dicht ist sie laut Hersteller bis zu einem Meter unter der Wasseroberfläche.

 

Fotos:

Bilder, die mit dieser Hülle geknipst werden, sind gut. Leichte Qualitätseinbußen gibt es lediglich Unterwasser – hier wirken Fotos einen Hauch milchig.

Bildqualität beim Fotografieren mit der Schutzhülle Arktis Pro:

Im Trockenen.

Im Trockenen.

Unter Wasser.

Unterwasser.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fazit:

Als einfacher Wasserschutz für Strand und Urlaub reicht die Arktis Pro vollkommen aus. Das Smartphone ist schnell verstaut, der Verschluss mit zwei Sicherheitsbügeln ist einfach zu bedienen und das Material beeinträchtigt die Qualität von Fotos nur unwesentlich. Kleines Manko: Schon nach dem ersten Gebrauch hat sich innerhalb des Verschlussteils etwas Sand gesammelt, der mit der weiteren Nutzung auch in die Hülle gewandert ist. Der Preis ist mit 9,90 Euro okay, die Qualität des Materials ebenso. Dennoch würde ich sie nicht als hochwertig bezeichnen.

 

Alle Infos auf einen Blick

 AquapacArktis ProItiwit
Erhältliche
Größen
Für kleine & große Smartphones sowie PhabletsFür mittelgroße SmartphonesFür kleine & mittelgroße Smartphones
Bedienung
möglich?
JaJaJa
FotoqualitätSehr gutgutEher schlecht
Angaben zur WasserdichteBis zu zehn Meter Tiefe, stundenlangBis zu einen Meter TiefeBis zu einen Meter Tiefe, 30 Minuten lang
Preisab 29,90 €9,90 €6,99 €

 

Hinweise

*TPU (Thermoplastisches Urethan) ist etwas fester als Silikon, dennoch flexibel. Laut DK Kunststoffe hat TPU unter anderem eine hohe Verschleißfestigkeit, ist knick- und reißfest sowie weitestgehend witterungsbeständig.

**“Die LENZFLEX-Folie ist eine spezielle fotoechte Folie (mit senkrecht gestellten, statt waagerecht gestellten Polymeren) auf der Rückseite der Smartphone-Hüllen“ so die Erklärung seitens der Aquapac-Pressestelle. Dadurch komme es nicht zu Trübungen oder Milchigkeit, wenn durch die Folie fotografiert oder gefilmt wird – weder Unter-, noch Überwasser. „Noch ein Hinweis: In den Cases sollte nicht geblitzt werden, weil es dann zu Reflexionen kommt.“

 

Das Wasser ist ein freundliches Element für den, der damit bekannt ist und es zu behandeln weiß.

Johann Wolfgang von Goethe

 

 

 

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