Powerbank kaufen – die wichtigsten Kriterien

Akku leer, Powerbank her – aber welche ist die Richtige für mich?

Kapazität, USB-Schnittstelle, Quick Charge Technology: Es gibt zahlreiche Eigenschaften, die beim Kauf einer Powerbank – also einem externen Akku – beachtet werden sollten. Denn nicht selten wird einfach die Nächstgünstige oder das vermeintliche Schnäppchen an der nächsten Ecke gekauft, das sich im Nachhinein dann als Fehlkauf entpuppt.

Aber was bedeutet überhaupt Kapazität und warum sollte ich auf die Anzahl der USB-Schnittstellen achten? Wir haben unserem IT-Experten Krzysztof Pater wieder einen Besuch abgestattet und uns rund um das Thema Powerbank schlau gemacht. Warum er mir allerdings vom Kauf einer Solar-Powerbank abrät, erzähle ich Ihnen am Endes des Beitrags.

 

Höhe der Kapazität 

Oft locken Hersteller und Händler mit Schnäppchen. Externe Akkus, die nur ein paar Euro kosten, haben in der Regel auch eine geringe Kapazität. Nicht selten weniger als 2.000 Milliampere pro Stunde (mAh).

Was das bedeutet?

Ein Beispiel: Mein Akku vom Smartphone hat eine Kapazität von 3.000 mAh. Lade ich diesen an einer Powerbank mit einer Kapazität von 2.000 mAh auf, ist der Akku zur Hälfte geladen. Danach ist die Powerbank leer. Nehme ich hingegen einen externen Akku mit 10.000 mAh, dann kann ich den Akku vom Smartphone ca. 2,6-mal aufladen.

Merken Sie sich: Die Kapazität der Powerbank geteilt durch die Kapazität des Smartphone-Akkus ergibt die Anzahl der möglichen Aufladungen. 

Aber Achtung! Eine Powerbank hat nie die Kapazität, die in der Produktbeschreibung angegeben wird. Es wird auch oft von der angegebenen und realen bzw. tatsächlichen Kapazität gesprochen. Letzteres fällt um ca. 20 % geringer aus. Warum das so ist? Die interne Elektronik der Powerbank benötigt ebenfalls Strom, die sie sich von der Gesamtkapazität abzweigt. Wenn Sie sich also einen externen Akku mit 10.000 mAh kaufen, dann hat dieser in Wirklichkeit nur eine Kapazität von 8.000 mAh.

 

Ein externer Akku mit einer Kapazität von 10000 mAh.

Diese Powerbank hat eine angegebene Kapazität von 10.000 mAh. Die tatsächliche Kapazität beträgt ca. 8.000 mAh.

Tipp:
Benutzen Sie Ihr Smartphone selten, sind nicht darauf angewiesen oder nie lange Zeit außer Haus, dann reicht auch ein günstiger externer Akku mit einer geringen Kapazität von 1.200 oder 2.000 mAh. Andernfalls sollten Sie lieber etwas mehr Geld investieren. Denn beim Kauf einer Powerbank gilt: je teurer, desto höher in der Regel auch die Kapazität.

Wenn Sie neben Ihrem Smartphone auch den Laptop aufladen möchten, dann sollten Sie vor dem Kauf in die Produktdaten des Laptops schauen. Dort finden Sie die genauen Angaben zur Akkukapazität. Denn bei Laptops reicht die Spanne von 4.000 – 15.000 mAh. Sollte der Akku Ihres Laptops also eine Kapazität von 15.000 mAh besitzen und Sie entschließen sich, einen externen Akku mit einer Kapazität von 5.000 mAh zu kaufen, könnten Sie Ihren Laptop noch nicht einmal zu 1/3 aufladen.

 

Schnellladefunktion

Ob an einer Steckdose oder Powerbank – die sogenannte Quick Charge Technology sorgt für ein schnelleres Aufladen des Akkus. Voraussetzung ist allerdings, dass Ihr Smartphone diese Funktion unterstützt. In den technischen Daten Ihres Smartphones können Sie dies nachlesen. Oder einfach googeln.

Ob ein externer Akku die Schnellladefunktion besitzt, erkennen Sie – auf der Verpackung oder der Powerbank selbst – anhand eines Blitzes und/oder dem Aufdruck „Turbo Charger, Fast Charging oder zum Beispiel Quick Charge“.

Eine Powerbank mit Schnellladefunktion

Eine Powerbank mit Schnellladefunktion.

Tipp:
Sind Sie unterwegs stets auf Ihr Smartphone angewiesen, dann ist es ratsam eine Powerbank zu kaufen, die eine Schnellladefunktion besitzt. Vorausgesetzt Ihr Smartphone unterstützt natürlich diese Funktion. Denn dadurch kann die Ladezeit um bis zu 75 % verkürzt werden.

 

Anzahl der USB-Ausgänge

Der Vorteil von zwei oder mehr USB-Schnittstellen ist, dass Sie mehrere Geräte gleichzeitig laden können. So können Sie auch Smartphones von Ihren Freunden oder Bekannten parallel laden.

Bei dem rechten USB-Ausgang erfolgt die Aufladung per Quick Charge (Schnellladefunktion).

Tipp:
Arbeiten Sie unterwegs viel an Ihrem Laptop, so sollte die Powerbank auf jeden Fall zwei USB-Ausgänge haben. Denn sollte – so wie es der Zufall will – von Ihrem Smartphone und Laptop zur gleichen Zeit der Akku leer sein, so können Sie beide Geräte parallel laden.

 

Gehäuse

Auch bei dem Gehäuse eines mobilen Stromspenders gibt es Unterschiede. Ein Metallgehäuse ist stabiler und sieht eleganter aus, allerdings ist dieses auch schwerer und wird beim Aufladen warm. Zudem kann das Smartphone zerkratzt werden, wenn dieses zusammen mit der Powerbank in der Tasche aufgeladen oder aufbewahrt wird. Ein Gehäuse aus Kunststoff ist hingegen um einiges leichter und wird in vielen Designs angeboten.

Tipp:
Eine sehr gute Alternative ist ein Gehäuse aus Gummi: Es ist robust, griff-fest und zerkratzt das Smartphone nicht.

 

Ladekontrollanzeige

Eine gute Powerbank sollte eine Ladekontrollanzeige haben, sprich eine Auskunft darüber, wie viel Strom die Powerbank noch enthält. Denn nur so haben Sie Gewissheit, dass diese noch genügend Strom hat, um das Smartphone aufzuladen.

Es gibt verschiedene Arten der Anzeige: kleine LED-Lämpchen, ein Akkusymbol oder eine Prozentangabe. Und was ist nun am sinnvollsten? Krzysztof Pater rät dazu, eine Powerbank mit LED-Anzeige zu kaufen, da diese so gut wie kein Strom verbrauchen. Symbole oder Prozentangaben hingegen verbrauchen unnötig Strom, da diese über Minidisplays angezeigt werden müssen.

Ladekontrollanzeige mit 4 LEDs

Eine Ladekontrollanzeige mit 4 LEDs.

 

CE-Siegel

Das CE-Siegel gewährleistet, dass ein Elektrogerät geprüft wurde und gewisse Anforderungen und Sicherheitsvorschriften eingehalten worden sind. Innerhalb der EU ist diese Kennzeichnung Pflicht, weshalb der Kauf hier unbedenklich ist. Achten Sie jedoch darauf – und dies gilt vor allem bei Verkaufsplattformen im Internet – in welchem Land der Verkäufer sitzt. Sollte dieser nämlich außerhalb der EU sitzen, ist nicht mehr gewährleistet, dass das Gerät CE geprüft ist. Denn: Außerhalb der EU gelten andere Rechte und Pflichten. Und so dürfen dort auch Geräte ohne CE-Siegel in den Verkehr gebracht werden.

Das CE-Siegel ist innerhalb der EU Pflicht.

 

 

Und warum rät Krzysztof Pater mir nun von einer Solar-Powerbank ab?

Auf den Punkt gebracht: Weil ich weder tagelang ohne Strom in der freien Natur bin, noch zelte bzw. campe ohne unmittelbare Stromversorgung. Sie schon? Dann investieren Sie – anstelle in eine Solar-Powerbank – besser in eine Powerbank mit einer hohen Kapazität von z. B. 20.000 mAh. Damit können Sie Ihr Smartphone einige Male aufladen und sind auf der sicheren Seite. Denn bei einer Solar-Powerbank muss Sonnengarantie bestehen, und das nicht nur für eine Stunde.

Der Gedanke einer Solar-Powerbank ist nicht verkehrt, sagt Krzysztof Pater. Allerdings sind bei einer Solar-Powerbank die eingebauten Solarzellen so leistungsschwach, dass es über 12 Stunden dauern würde, bis der mobile Stromspender voll aufgeladen ist. Wohlgemerkt bei direkter Sonneneinstrahlung! Und dies ist in der Praxis kaum zu bewerkstelligen. Es sei denn, Sie reisen in die Sahara.

 

Fotos: S. Schwerdtner

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